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Alte Messe Leipzig

Fahrrad Stadler kauft Halle 15

Visualisierung Fahrrad Stadler Halle 15

Der Zweiradhändler Fahrrad Stadler hat die Halle 15 auf der Alten Messe Leipzig erworben

Der Verkauf des 22.500 Quadratmeter großen Grundstücks an den Regensburger Zweiradhändler Fahrrad Stadler gleich neben dem Hit-Markt ist der nächste logische Schritt, nachdem der Stadtrat jüngst die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen hatte. Der Bebauungsplan wird gebraucht, um die einstmals größte Ausstellungshalle der Welt einer neuen Nutzung zuzuführen.

Errichtet wurde die Halle in der unglaublich kurzen Zeit von nur vier Monaten bis zur Frühjahrsmesse 1928. Es war eine Stahlkonstruktion unter Verwendung der Umfassungsmauern älterer Bauten. Die Messe- und Ausstellungs-AG wollte etwas ganz Besonderes schaffen, um den „Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie“ an den Handelsplatz Leipzig zu binden. In der rund 100 mal 140 Meter großen Halle wurden fortan neueste Last- und Nutzkraftwagen zur Schau gestellt. Die Besucher schwärmten von einem „unvergesslichen Eindruck“. Denn die teilweise verglaste Decke erhielt ihre Stabilität durch keinerlei Zwischenstützen im Inneren – vielmehr durch sieben gewaltige Binder über dem 20 Meter hohen Dach. Eine stützenfreie Spannweite dieses Ausmaßes war zuvor noch nirgendwo auf der Welt erzielt worden.

Foto: Bauaktenarchiv

Nach starken Kriegszerstörungen wurde bis 1951 nur gut die Hälfte der Halle (lediglich vier der sieben Dachbinder) wieder aufgebaut, zudem im Inneren Stützen eingezogen. In den Achtzigern kam noch ein Galerie-Einbau hinzu. Mit dem „Rahmenplan Alte Messe“ wurde das denkmalgeschützte Bauwerk nach der Wende für den Abriss freigegeben. Stattdessen könnte es nun eine Renaissance erleben.

Stadler wolle das Haus sanieren, erklärte Geschäftsführerin Caroline Elleke. „Unter Leitung unseres Architekten Jost Westphal haben wir umfangreiche statische Untersuchungen vornehmen lassen. Demnach können alle Stützen und die Galerie wieder entfernt werden. Genau das haben wir vor.“ Die Besucher des auf 6.000 Quadratmetern Verkaufsfläche geplanten Zweirad-Centers könnten die Halle also wieder in ihrer ursprünglichen Anmutung erleben. Zwar sei neben der Verkaufsfläche ein abgetrennter Bereich für das Lager, Büros und Sanitärräume vorgesehen. Doch auch der Raum über diesem Bereich bis zur Decke bleibe offen und stützenfrei – um den Eindruck der freitragenden Halle nicht zu stören.

Am äußeren Erscheinungsbild werde sich nicht viel ändern, so Architekt Westphal. „Die historischen Betonplatten bleiben an der Fassade. Wie es dem Denkmalschutz entspricht. Innen aber kann man künftig wieder ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, die ganze Spannweite auf nahezu 100 mal 100 Metern erleben.“ Die aus Regensburg stammende Firma Fahrrad Stadler habe bereits in Berlin/Prenzlauer Berg oder auf dem Hanomag-Areal in Hannover herausragende Hallen denkmalgerecht wiederbelebt.

Titelfoto: Jost Westphal


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